Tagung: Liberation Footage - Atrocity Pictures

07.05.2015 (14:00-22:00) - 08.05.2015 (09:30-18:00)
IFK Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften
Reichsratsstraße 17, 1010 Wien (Eintritt frei)

„The things I saw beggar description.“ General Dwight D. Eisenhowers Bemerkung über das Konzentrationslager Ohrdruf: ein Satz wie ein Monument, in seiner idiomatischen Form unübersetzbar ins Deutsche. Die Dinge, die er sah, spotten nicht jeder Beschreibung, sie entbehren, erschöpfen und übersteigen sie. Was jedoch sahen Eisenhower und tausende alliierte Soldaten bei der Befreiung der Lager im April und Mai 1945? Und was sahen sie nicht? Was konnten sie nicht sehen, weil es andernorts stattgefunden hat, zu einer anderen Zeit? Was sehen wir, wenn wir die Bilder betrachten, die alliierte Kameraleute in den Lagern aufgenommen haben? Und was hat man zu verschiedenen Zeitpunkten in unterschiedlichen Kontexten in ihnen gesehen? Was konnte man nicht sehen, weil die Kameras zu spät kamen, weil Equipment und Training der Kameraleute mangelhaft waren, weil die Bilder in kein Narrativ passten oder aus anderen Gründen in Archiven und privaten Sammlungen verschwunden waren? Und was unterscheidet Film und Fotografie? 70 Jahre nach dem Ende des Holocaust und 30 Jahre nach Claude Lanzmanns Film „Shoah“ ist es an der Zeit, nicht nur die Bilder vom Holocaust, sondern auch das vielzitierte Bilderverbot zu hinterfragen.

Die Tagung ist Siegfried Mattl (26.2.1954 – 25.4.2015) gewidmet, der dieses Thema in den akademischen Diskurs in Wien eingebracht hat. Er hätte Panel I leiten und moderieren sollen.

KONZEPTION: Ingo Zechner (IFK, Wien); TEILNEHMERINNEN: Marsha Gordon (Raleigh), Toby Haggith (London), Jeremy Hicks (London), Habbo Knoch (Köln), Stuart Liebman (New York), Michael Loebenstein (Canberra), Drehli Robnik (Wien), Leslie Swift (Washington D.C.), Ulrike Weckel (Gießen), Lindsay Zarwell (Washington D.C.), Ingo Zechner (Wien)

DOWNLOADS:
Programm_Conference-Liberation-Footage.pdf
Abstracts_Conference-Liberation-Footage.pdf

Von 3. bis 7. Mai 2015 zeigen das IFK und das Österreichische Filmmuseum in Kooperation mit dem United States Holocaust Memorial Museum und dem Zukunftsfonds-Projekt „Ephemere Filme: Nationalsozialismus in Österreich“ eine Filmretrospektive zum Thema:
Filmretrospektive „Bilder der Befreiung: Liberation Footage – Atrocity Pictures“